Microsoft befindet sich an einem Wendepunkt. Schön eigentlich, dass man in Redmond gemerkt hat, dass Apple um längen vorne liegt und dann mit der altbekannten “Hello, I’m a Mac. And I’m a PC” - Kampagne in der gewohnt jungen, frischen Art sich über den Entwicklungsrückstand bei Microsoft lustig macht. Apple hat allerdings auch allen Grund dazu. Mittel- und vorallem langfristig könnte das Microsoft in eine ernste Lage bringen. Klar ist also, dass sich was tun muss, nur Microsoft stellt sich offen gesagt extrem dämlich an. Gründe hierfür:
- Der Zune Player: Der Microsoft-Flop des Jahres. Microsoft sprach vom “iPod Killer” - schade nur, dass es nicht mal reicht um das Ladegerät vom iPod zu killen: Apple hat in der ersten Verkaufswoche des Zune mehr iPod-Ladegeräte verkauft, als Microsoft seinen vermeintlichen “Killer”.
- Vista: Vista? Ja, Vista. Der Mythos, er lebt. Angeblich sollte es 2006 ein neues Betriebsystem aus Redmond geben. Ende des Jahres gab’s dann eine Beta. Gut ein Jahr, nachdem es schon auf dem Markt sein sollte. Vermutlich haben alle am Zune gewerkelt, da war halt keine Zeit für das Betriebsystem. Wozu auch? Windows XP ist doch gerade mal 5 Jahre alt und nach 67293714 Sicherheitspatches und Updates läuft es bei manchen Leuten eigentlich ganz stabil. “Never change a winning team”, halt. Und das scheint man doch recht wörtlich zu nehmen, denn Vista ist in 2006 never erschienen.
- Office 2007: Office ist eigentlich ganz brauchbar. Aber auch hier gilt: auf keinen Fall zu weit aus dem Fenster lehnen. Was iLife für den Mac ist, ist… oh, es gibt für den PC gar nichts vergleichbares. Naja, was der PC User nicht kennt, wird er auch nicht vermissen, oder im Zweifelsfalle Software von Drittanbietern kaufen. Dann hat man bei Microsoft wenigstens genügend Programmierer übrig um Vista fertig zu basteln, aber erst wenn die ganzen Bugs vom iPod Killer, oh Verzeihung, Zune Player behoben sind. Und wenn das Office dann fertig ist, dann wird die abgespakte Studenten-Version mit den Basisfeatures schlappe $179 kosten, die hat ja wohl noch jeder Student über.
Aber hey, nicht den Kopf hängen lassen, immerhin hat man einen Haufen guter Ideen. Widgets! - äh, ich meine Gadgets! Ist natürlich was total anderes, ganz eingene Erfindung. Naja und dann gibt’s ja noch Aqua! - ah, verdammt Aero natürlich. Egal, hauptsache innovativ. Schaut her, neue Website gibt’s auch schon! Was? Wer hat gesagt, dass die ihn an apple.com erinnert? Unsinn! Und außerdem, wenn man auf die Links klickt, dann kommt man wieder auf die alten, unübersichtlichen Microsoft-Seiten! Also!
So ist das also in Redmond. Was ich aber heute auf besagten Seiten gefunden habe, hat mich verwirrt. Ein Blogging-Tool. “Windows Live Writer” - ein Tool von Live.com - Ja, ihr wisst schon, die Microsoft Version von Google.com.
Der Live-Writer soll vermutlich eine Art iWeb für Arme sein. Was man ihm lassen muss ist, dass er immerhin nicht nur mit Microsoft Spaces funktioniert, sondern auch mit Wordpress, Blogger und anderen Blogging-Systemen und schlägt immerhin deren built-in Editoren.
Aber was soll man jetzt erwarten? Einen Wendepunkt? Also ich glaube nicht mehr dran. Ich freu mich aber, dass man bei Microsoft wenigstens weiter nach einem Weg sucht.
Ã? propos suchen… ich hab den Live-Writer seit einer halben Stunde auf dem Rechner und hab schon 3 Bugs gefunden! Das geht ja schneller als die Eiersuche im Garten an Ostern. Toll!
Wer mit suchen mag klickt hier. Aber sagt nicht ich hätte euch nicht gewarnt.