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Jun 22 / juergen

Sprachen

Spachen sind eine interessante Geschichte! Aber auch eine sehr verwirrende. Und es gibt eine menge Theorien ueber Sprachen. Wie Sprachen entstanden sind und warum wir sie verwenden, warum sie unzureichend sind oder nicht in der Lage sind die Welt zu beschreiben. Wie sie die Welt konstruieren und dabei in keiner Verbindung mit ihr stehen. Richard McKay Rorty schrieb, dass wir Sprache im Prinzip nur benutzen um das zukuenftige Verhalten des Anderen vorher zu sehen. Wir kommunizieren mit Tieren also im Endeffekt aus den selben Gruenden wir mit unseren Mitmenschen. Ausserdem gibt es keine Wahrheit, denn wahr und falsch, das sind von der Sprache geschaffene Konzepte. In der eigentlichen Welt da draussen, da gibt es kein wahr und falsch. Da gibt es nur die Welt, sonst nichts.

Aber natuerlich wissen wir alle, dass ohne Sprache, Vieles gar nicht existieren wuerde. Und die Sprache ist nun mal Ausdruck des ureigenen Instinktes des Menschen zu kommunizieren. Der Mensch ist ein soziales Wesen. Und dieses Werkzeug Sprache, oder vielmehr dieser Werkzeugkasten Sprache, wie ihn Ludwig Wittgenstein nannte, steht im Mittelpunkt des menschlichen Miteinanders.

Aber das mit der Sprache bereitet mir gerade schwer Probleme. Und das aeussert sich auf verschiedene Art und Weise. Zum einen schwanke ich hier, auf dieser Seite, hin und her zwischen den unterschiedlichen Werkzeugkaesten um mal bei Wittgenstein zu bleiben. Und im Alltag, fuehle ich mich auch oft so, als ob ich zwar einen Werkzeugkasten dabei habe, manchmal aber nicht die richtigen Werkzeuge darin. Ich wuerde gerne direkter sein, ich wuerde gern weniger angenervt rueberkommen. Ich wuerde gerne gut drauf wirken koennen, auch wenn ich es nicht bin. (Ausserdem habe ich derzeit massive Probleme mit bestimmten und unbestimmten Artikeln, wenn ich mit Leuten rede. Warum weisst ich nicht.)

Und ich moechte wieder besser mit mir selbst kommunizieren, d.h. klarkommen. Aber zur Zeit gelingt mir das nicht so recht. Ich schaetze auf den Selbsterfahrungtrip folgt nun doch der freie Fall bis runter auf den Boden der Tatsachen. Haben ja alle gesagt. Aber wie man das aufnimmt, hat sehr oft eben auch mit der Sprache zu tun, die man verwendet um seine Situation zu beschreiben. Vielleicht waere es ein guter Anfang, wenn mein Glas wieder halb voll ist, statt halb leer.

Sprache. Ein interessante Geschichte. Am Donnerstag fahre ich auf eine Konferenz und werde da einen Vortrag halten, ueber Sprache. Ueber Richard Rorty und Ludwig Wittgenstein. Und ein paar Andere. Und vielleicht hilft mir das beim Entfliehen aus dem doch schon wieder sehr stark ausgepraegten Alltag (die Konferenz ist in Hamburg). Und dann klappt’s vielleicht bald schon wieder, mit der Sprache.  Und dem Fuellstand des Glases.

4 Comments

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  1. Ramona / Jun 22 2010

    Schön, dass du wieder schreibst! :)

    Schade, dass unser Mittagessen heute nicht geklappt hat.

    Was ist das für eine Konferenz? Wie bist dazu gekommen?

    Ich finds irgendwie lustig, dass du über Sprachprobleme schreibst. Bei mir ist in den letzten Wochen auch der Wurm drin. Ich denke etwas und sage was anderes. Zb. ich sehe, die Fernbedienung für den TV liegt bei meinem Freund und ich will sie haben, sage aber “gib mir mal das Telefon”. Oder ganz klassisch: Ich drück meinem Freund einen Stapel Wäsche in die Hand und sage “räum die mal in den Geschirrspüler” O_o

    Das lässt wieder nach, ich glaube ganz fest daran :D

  2. juergen / Jun 22 2010

    haha, vielleicht ist es aber auch das, was im volksmund als “aelter werden” bekannt ist… ;)

  3. juergen / Jun 22 2010

    achso und die konferenz: ist von der uni aus, teil eines hauptseminars in amerikanistik. die teilnahme an der konferenz ist vorraussetzung fuer den scheinerwerb.

  4. Ramona / Jun 23 2010

    Das find ich ja interessant. Das ist dann mal wirklich hineinschnuppern in die “Wissenschaftskarriere”. Da du ja an selbiger nicht wirklich interessiert bist: interessante Erfahrung oder nervige Zeitverschwendung?

    Hast du mal ein Seminar bei KK gemacht?

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